Salzlexikon

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A

Auftausalz gegen Eis- und Schneeglätte, auch Streusalz. Salz für den Winterdienst auf Strassen, Wegen und Plätzen.

B

Barre: Sanddünen oder Landzungen, die als Schwellen das Flachland vom offenen Meer (zumindest zeitweise) abtrennen und so Lagunen-Landschaften bilden.

Bex, Saline de Bex SA (Bévieux): Ortschaft im unteren Rhonetal bei Aigle im Kanton Waadt. Bekannt durch sein Salzbergwerk und die Saline. Die Salzgewinnung ist in der Region seit dem 16. Jahrhundert belegt. Heutige Jahresproduktion ca. 20′ 000 Tonnen Salz und Sole. Der historische Teil des Bergwerks ist touristisch erschlossen.

C

Chlor: Symbol Cl, gelbgrünes, gasförmiges Element mit der Ordnungszahl 17. Dieses Gas steht zusammen mit Fluor, Brom, Jod und Astat in der Gruppe der Halogene (Salzbildner).

Chloralkali-Elektrolyse: Die Stoffe, die durch die Chloralkali-Elektrolyse gewonnen werden, stellen die Grundlage für Kunststoff, Desinfektionsmittel, Mittel zur Wasseraufbereitung dar – ebenso für Seife und Zellulose (Papier).
Bei der Chloralkali-Elektrolyse wird aus Salz, das aus Natrium- und Chloridionen besteht, Chlor und Natronlauge gewonnen. Die in einer wässrigen Flüssigkeit gelösten Natrium- und Chloridionen besitzen unterschiedliche elektrische Ladungen. Im Sinne von «Gegensätze ziehen sich an» wandern die Ionen entsprechend ihrer Ladung an die jeweiligen positiv oder negativ geladenen Elektroden und geben dort ihre Ladung ab. Bei diesem Prozess entsteht Chlorgas und Natronlauge.

D

E

Evaporit, Evaporitgestein: Gesteine und Mineralien, die nach der Verdunstung von Wasser, insbesondere von Meerwasser, zurückbleiben, wie z. B. Salz, Gips und Kalk.

F

Fluor (lateinisch fluor: das Fliessen): Symbol F, chemisch sehr reaktionsfreudiges (u. a. stark ätzend), giftiges und gasförmiges Element mit der Ordnungszahl 9. Fluor gehört zur  Gruppe der Halogene.

G

Glenck, Carl Christian Friedrich (1779–1845): Deutscher Bergbaufachmann und Salinen-Gründer. Glenck suchte jahrelang Salz in der Schweiz und wurde 1836 beim ehemaligen Rothaus am Rhein (Gemeinde Muttenz) fündig. Gründer der Saline Schweizerhalle (1837). Die Saline Schweizerhalle ist heute Sitz der Schweizer Salinen AG.

Gradierwerk, gradieren: Anlage in den Salinen zur Konzentrierung (Sättigung) schwach salzhaltigen Wassers (Sole) durch natürliche Verdunstung.

H

Halit: mineralogische Bezeichnung für Steinsalz (Natriumchlorid, NaCl). Steinsalz oder Halit gehört ins kubische Kristallsystem. Die Kristalle zeigen meist Würfelform und sind vollkommen spaltbar. In reiner Form ist es farblos und durchsichtig. Die Verunreinigungen verleihen dem Steinsalz oft eine gelbe, braune, blaue oder purpurne Tönung. Es besitzt eine Härte von 2,0 und eine Dichte von 2,16.

Hallstatt, Hallstattkultur: Kultur der älteren Eisenzeit in Mittel- und Westeuropa sowie auf dem Balkan. Benannt wurde sie nach der Gemeinde Hallstatt (Hall bedeutet Salz) im oberösterreichischen Salzkammergut, ungefähr 50 Kilometer östlich von Salzburg. Dort wird seit 1846 ein Gräberfeld mit 2′ 500 bis 3′ 000 Brand- und Körperbestattungen mit zahlreichen Beigaben erforscht. Bereits gegen Ende der Bronzezeit wurde in Hallstatt Salz abgebaut. Die Grubenschächte erreichten Tiefen bis etwa 330 Meter.

I

J

Jod, Symbol I, chemisches Element, das bei Zimmertemperatur grauschwarze, metallisch glänzende Schuppen bildet. Jod zählt zu den Halogenen. Wichtig für die Funktion der Schilddrüsen.

Jodmangel: führt zu Kropfbildung (krankhafte Vergrösserung der Schilddrüse) am Hals.

Jodsalz, jodiertes Salz: mit Jod angereichertes Salz, einfache, billige und effiziente Gesundheitsvorsorge gegen Kropf.

K

Kalium, Symbol K, reaktionsfreudiges, extrem weiches metallisches Element. Gehört zu den Alkalimetallen.

Kaliumchlorid, KCl: wichtiges Mineral und wichtiger Rohstoff für die Düngerindustrie. Wie Steinsalz ein Verdunstungsgestein des Meerwassers.

Kalk-Sulfat-Kohlensäureverfahren: so genannte Solereinigung, genauer Sole-Enthärtung. Ausfällung von so genannten «steinbildenden» Mineralien wie z. B. Gips, Kalziumchlorid, Magnesiumchlorid aus der Sole.

Kaverne: durch Laugung oder bergmännisch geschaffener Raum im Gestein, hier speziell im Steinsalz. Der Raum kann je nach Abbaumethode hohl oder mit Wasser oder Sole gefüllt sein.

Kochsalz, Siedesalz, Steinsalz, Meersalz, Salz, Halit: chemisch Natriumchlorid (NaCl).

Konkordatsvertrag über das Salz vom 22. November 1973: Vereinbarung der Schweizer Kantone (ohne Waadt) und des Fürstentums Liechtenstein über die einheitliche Regelung des Salzhandels in ihren Hoheitsgebieten.

L

Leckstein, Salz-Leckstein: Salz für landwirtschaftliche Nutztiere, zu Zylindern oder Blöcken gepresst (5–20 kg). Wird im Stall oder auf dem Feld hingestellt.

M

Merian, Peter: Basler Ratsherr und Professor für Chemie. In einer seiner geologischen Schriften deutet er 1821 die Möglichkeit von Salzvorkommen in der NW-Schweiz an.

Milligramm: ein Tausendstel Gramm bzw. 0,001 Gramm.

N

Natrium, Symbol Na, sehr reaktionsfreudiges, silberweisses, weiches metallisches Element. Es zählt zu den Alkalimetallen.

NatriumhydroxidNaOH: wichtiges chemisches Grundprodukt. Grosstechnisch im Chlor-Alkali-Elektrolyseprozess hergestellt:

  • 2 NaCl + 2H2O= 2 NaOH + Cl2 + H2.
  • An der Kathode (+ Pol) entstehen Hydroxidionen (OH–) u. Wasserstoff (H2)
  • An der Anode (- Pol) bildet sich Chlor.

O

P

pHpH-Wert: vereinfachte chemische Kurzbezeichnung für die Wasserstoffionen-Konzentration einer Lösung, besser bekannt als Wert für sauer (pH 0–7), neutral (pH 7) und alkalisch (pH 7–14) für wässrige Lösungen.

Physiologische, isotonische Kochsalzlösung: die dem Blutserum entsprechende 0,9%ige wässrige Lösung des Kochsalzes (Natriumchlorid).

Pökelfleisch, pökeln: durch Salzen (Salzlake) haltbar gemacht.

Q

R

Regalgebühr: fiskalische Abgabe auf dem Salz (Salzsteuer).

S

Saldome: Der Saldome 1 und der Saldome 2 sind zwei kuppelförmige Lagerhallen für Auftausalz bei der Saline Riburg. Die beiden spektakulären Holzkonstruktionen bieten Platz für rund 80’000 respektive 100’000 Tonnen Salz. Zum Zeitpunkt ihrer Erstellung waren sie die grössten Holzkuppelbauten Europas.

Saline: Bezeichnung für Betriebe, die aus Sole (Salzlösung) oder Meerwasser Salz gewinnen, durch Kochen (Kochsalz) respektive Sieden (Siedesalz, engl. vacuum salt) oder Verdunsten in Salzgärten am Meer (Meersalz).

Salinität: Salzgehalt einer Lösung oder von Gewässern.

Salzstock, Salzdom, Diapir: unter Gebirgsdruck verformte, mächtige Steinsalzstruktur, die kegel- oder zapfenförmig durch überliegende Gesteinsschichten dringt, u. U. bis an die Erdoberfläche. Diapire können mehrere Kilometer Durchmesser und Höhe aufweisen. Sie gelten auch als «Erdölfallen» und sind deswegen wichtige Indikatoren für Erdöllagerstätten (Iran, Nordsee).

Salzgärten: Bezeichnung für künstlich angelegte Meeresbecken, die der Salzgewinnung dienen (Meer-Salinen).

SalzkammergutVoralpen- und Alpenlandschaft in Österreich, östlich von Salzburg. Das Salzkammergut ist das wichtigste Salzgewinnungsgebiet Österreichs.

Salzpflanzen, Halophyten: Bezeichnung für salztolerante Pflanzen. Ihr Vorkommen ist auf Gebiete beschränkt, die sich durch einen relativ hohen Salzgehalt (vor allem Kochsalz) von mehr als 0,5 Prozent auszeichnen. Typische Standorte sind Meeresküsten, Salz- und Mangrovensümpfe.

Salzlauge: Salzlake (Pökel), stark salzige, wässerige Lösung, Sole.

Salzsäure, HCl-Lösung: wässerige Lösung des Chlorwasserstoffs, wichtige chemische Grundsubstanz, wird aus der Reaktion von Kochsalz (Natriumchlorid) mit Schwefelsäure gewonnen.

Salzsteuer: Salzregal, Regalgebühren.

Salzstrasse: bevorzugte Route des Salzhandels, auf denen Salz seit frühgeschichtlicher Zeit von den Produktionszentren in die Absatzgebiete transportiert wurde. Das Römische Reich unterhielt ein Netz aus Salzstrassen (viae salariae), auf denen Salzhändler (salarii) den Handel organisierten. Im Mittelalter führten strahlenförmig Salzstrassen in alle Gebiete Europas. In Afrika (Sahara, Niger) und Asien (Tibet) gibt es heute noch funktionierende Karawanenrouten.

Schweizerhalle: Ortsteil und Industriegebiet der Gemeinde Pratteln BL, östlich von Basel, Standort der ersten Saline am Rhein (1837), gemäss damaligem Brauch mit Hall(e) bezeichnet, griechisch für Salz; vgl. Hallstatt, Hallein, Hall, Halle, Bad Reichenhall, Friedrichshall, Luisenhall usw.

Siedesalz, Pfannensalz, Verdampfersalz, engl. vacuum salt: technischer Begriff für Salz, das durch Sieden von Sole gewonnen wird, vgl. Meer(salinen)-Salz, Steinsalz (Bergbau).

Soda, Natriumkarbonat, Na2CO3: weisses Pulver mit alkalischen Eigenschaften, kommt in der Natur oft auch mit Natriumhydrogencarbonat (NaHCO3) vor (gelöst in Natronseen). Wichtige chemische Grundsubstanz. Industrielle Herstellung durch Solvay-Verfahren (Natriumchloridlösung, gasförmiger Ammoniak und Kohlendioxid).

Sodaerzeugung: Aus den beiden Rohstoffen Salz und Kalk gewinnt man durch ein technisch aufwendiges Industrieverfahren Soda und Natriumbicarbonat. Soda dient als Grundstoff für viele verschiedene Produkte; hierzu gehören u. a. Glas, Farbstoff, Wasch- und Reinigungsmittel. Auf der Basis von Natriumbicarbonat werden Backpulver, Medikamente, Mineralfutter für Tiere usw. hergestellt.

Sole, gesättigte Sole: wässerige Kochsalzlösung; gesättigt, wenn sich kein Salz mehr auflösen lässt.

Solequelle: natürliche Quelle mit erhöhtem Kochsalzgehalt.

Steinsalz, Halit: Salz (Natriumchlorid) aus geologischer Salzlagerstätte trocken abgebaut.

T

Thermokompressions-Eindampfanlage: Moderne Anlage zur Gewinnung von Siedesalz. Nach dem Siedeprozess wird der Dampf (Brüdendampf) gewaschen, mechanisch verdichtet und so wieder aufgeheizt und erneut als Heizdampf in die Verdampfer zurückgeführt.

U

V

W

X

Y

Z