Firmengeschichte

Die Schweizer Rheinsalinen sind ein Unternehmen aus der Pionierzeit der Industrie. Das Salz am Rhein beendete die jahrhundertelange Abhängigkeit von Salz-Importen und gab den damals jungen Kantonen Basel-Landschaft und Aargau die finanzielle Startbasis für den Aufbau.

Der wichtige Rohstoff Salz zog die chemische Industrie und Badebetriebe an. So entstanden der Industriekomplex in Pratteln/Schweizerhalle und die Bade- und Kurbetriebe in Rheinfelden AG.

Aus vier sich konkurrenzierenden privaten Salinen entstand 1909 ein einziges Unternehmen, das an den Standorten Schweizerhalle und Riburg AG pro Jahr insgesamt rund 400’000 – 500’000 Tonnen Salz gewinnt (Portrait). Die Schweizer Rheinsalinen sind heute im Besitz der Kantone (ohne Waadt), des Fürstentums Liechtenstein und der Südsalz GmbH Heilbronn, Deutschland. Im Konkordatsvertrag von 1973 regelten die Kantone den Salzverkauf. Sie garantierten damit die Versorgung aller Regionen mit Salz zu günstigen und einheitlichen Preisen.

Zeitleiste

2012
Im Mai findet die Einweihungsfeier für den Saldome2 statt. Es ist der grösste Holz-Kuppelbau Europas mit einem Fassungsvermögen von rund 100’000 Tonnen losem Salz.
Im Juni wird seit 2000, die dritte Version der Website online geschaltet.

2011
Im Dezember kann die Aufrichte für den Saldome2 gefeiert werden.
Bei der Inbetriebnahme zweier neuer Kompressoren in Riburg kommt es zur Havarie. Die Saline Riburg produziert über mehrere Monate nur mit reduzierter Leistung.
Im Herbst geht in Riburg das Palettenlager (2) mit 2 Absackanlagen und Platz für 3’000 Paletten in Betrieb.
Im Juni findet der Spatenstich für den Saldome2 statt.
Im Frühjahr erscheint ein Sonderheft B wie Basel “175 Jahre Salz aus Schweizerhalle”.

2010
Das Kalenderjahr mit dem absoluten Verkaufsrekord für Streusalz – 363’000 Tonnen.
In Riburg geht das Palettenlager (1) mit Platz für 5’000 Paletten in Betrieb.

2009
Vor 100 Jahren schlossen sich die privaten Salinen Schweizerhalle und Rheinfelden/Riburg zu den Vereinigten Schweizerischen Rheinsalinen zusammen. Aus diesem Anlass werden die JuraSel® und Reosal®-Pakete mit historischen Sujets versehen.

Auf der Pro Patria 1-Franken-Briefmarke sind die historischen Bohrhäuser abgebildet und der Verein für wirtschaftshistorische Studien publiziert ein Buch über Carl. Chr. F. Glenck, den Salzpionier und Gründer der Saline Schweizerhalle.

2006
Eröffnung des Salzladens im Oktober in der Saline Schweizerhalle.

2005
Der Saldome1, die erste Kuppel-Salzlagerhalle geht in Betrieb (Beginn der Füllung ab Juli). Mit 93 Metern Durchmesser und 31 Metern Höhe der grösste Holzkuppelbau dieser Art in Mitteleuropa.
Stilllegung der Elektrolyse von Syngenta in Monthey und damit Auftragsverlust von ca. 15’000 Tonnen Salz pro Jahr.

2004
Stilllegung der grössten inländischen Elektrolyse der Solvay (Schweiz) AG in Zurzach. Die Saline Riburg verliert damit den jährlichen Produktionsauftrag für rund 70’000 Tonnen Salz.
Baubeginn der Grosslagerhalle für Auftausalz in Riburg. Der Saldome® ist ein spektakulärer Holzkuppelbau zur Lagerung von 80’000 Tonnen Salz.
Im Sommer geht in Schweizerhalle das Hochregallager in Betrieb und für das Produktionsgebäude ist Baubeginn.

2003
Der aussergewöhnliche Winter erzwingt erneut Auftausalz-Importe, trotz der gezogenen Lehren aus dem «Jahrhundertwinter» 1999.

2002
Beginn der Gesamterneuerung von Finalproduktion, Spedition und Lagerung in der Saline Schweizerhalle.

2000
Die Saline Riburg erhält eine neue Diesellokomotive.

1999
Auftausalzverkäufe 1996-2013Das Rekordjahr. Im Februar Jahrhundertschnee. Am Stephanstag Jahrhundertsturm «Lothar». Beide Salinen produzieren zusammen die Rekordmenge von 505 000 Tonnen Salz. Das Qualitätsmanagementsystem der VSR wird nach der ISO-Norm 9001 zertifiziert. Der letzte Backsteinhochkamin (55 m) erhält einen neuen, rostfreien Kragen.

1998
Die VSR feiern im Familienkreis das 150-Jahr-Jubiläum der Saline Riburg. Der Siloturm in Riburg erhält einen markanten Wandschmuck.

1997
Museum Die Salzkammer In der neu renovierten Villa Glenck wird das Museum DIE SALZKAMMER eröffnet. Das Informatiksystem SAP R/3 geht in Betrieb.

1996
Das Erscheinungsbild (Corporate Design) der VSR wird erneuert, die Areale werden neu ausgeschildert und beschriftet.

Die 1-kg-JURA-SEL®-Packung wird erstmals für eine Werbekampagne, «Original seit 200 Mio. Jahren», speziell bedruckt.

1995
Die VSR zahlen der Stadt Rheinfelden 8 Mio. Franken als Entschädigung für die Grundwasserversalzung als mögliche Folge des Kaverneneinbruchs von 1986. SOLVAY (Schweiz ) AG in Zurzach stellt die eigene Salzförderung ein. Dank einer Regelung des Kantons Aargau kann nun die Saline Riburg das Salz für die Elektrolyse liefern.

1991-93
Die Saline Riburg muss wegen ungenügender Auslastung periodisch stillgelegt werden. Ein Abstellszenario wird vorbereitet.

1987
150-Jahr-Feier der Saline Schweizerhalle mit über 600 Gästen.

1986
Brandkatastrophe bei der Firma SANDOZ am 1. November in Schweizerhalle. Am 6. Dezember bricht eine Solungskaverne der VSR östlich von Rheinfelden ein. Die Kantonsstrasse bleibt vorübergehend unterbrochen.

1982
Bau des neuen Verwaltungsgebäudes in Schweizerhalle, direkt neben der ehemaligen Direktorenvilla.

1975
Am 1. Oktober tritt das Konkordat der Kantone über den Salzhandel (ohne Waadt) in Kraft. 1979 tritt der neu gegründete Kanton Jura bei, 1990 das Fürstentum Liechtenstein.

1970
In Schweizerhalle wird eine Lecksteinpresse in Betrieb genommen. In der Saline Riburg beginnt die Erneuerung der gesamten Anlage, sie dauert bis 1973. Das Areal der Saline Rheinfelden wird verkauft. Heute steht dort eine Wohnsiedlung.

1958
Einführung der 44-Stunden-Woche mit freiem Samstag. Ersatz der Dampflokomotive in Riburg durch eine Diesellokomotive.

1955
Die Saline Schweizerhalle liefert erstmals jodiertes und fluoridiertes Salz an den Kanton Zürich. Erstmals Einsatz des Rotary-Bohrverfahrens auf den Bohrfeldern der Saline Riburg.

1942
Kriegsjahr. In Riburg wird die Zeitkartenkontrolle für die Arbeiter eingeführt. Die Saline Rheinfelden wird nicht elektrifiziert, sondern zu Gunsten der Saline Riburg stillgelegt. Das Areal wird bis 1952 noch als Internierungslager, Militärunterkunft und Durchgangslager für Kriegsheimkehrer genutzt.

1941
Kriegsjahr. Kohlemangel. In der Saline Schweizerhalle Bau und Einsatz eines grossen Elektrodampfkessels. In der Saline Riburg wird die erste, kohlebeheizte, energiesparende Verdampferanlage mit Thermokompression gebaut.

1938
Vorabend des Zweiten Weltkrieges. Das rieselfähige Tafelsalz GRESIL® wird auf den Markt gebracht.

1935
In beiden Salinen wird für die Arbeiterschaft eine Teezubereitungsanlage installiert.

1925
In Riburg Einführung der Salzjodierung. Bau einer Soleleitung zu den Badehotels in Rheinfelden.

1922
In Schweizerhalle Einführung der Salziodierung. Erstmalige Anschaffung eines Lastwagens.

1920
Gründung der VSR-Pensionsstiftung für die Arbeiterschaft.

1919
Einführung der 48-Stunden-Woche in der Saline Riburg.

1918
Ende des Ersten Weltkrieges. Generalstreik im November. Einführung der 53-Stunden-Woche in der Schweiz. Im Juni streikt die Arbeiterschaft der Salinen wegen unerfüllter Lohnforderungen. Anstelle des Zweischichtbetriebes wird der Dreischichtbetrieb eingeführt.

1909
Die Saline Schweizerhalle und die Aargauer Salinen Rheinfelden und Riburg gründen die «Vereinigten Schweizerischen Rheinsalinen AG». Das Privatunternehmen wird in eine AG mit kantonaler Beteiligung umgewandelt. Die Saline Kaiseraugst wird endgültig geschlossen, die Gebäude werden abgebrochen und das Areal wird vom Stausee des neuen Kraftwerkes Augst-Wyhlen überflutet.

1900
In Schweizerhalle wird erstmals in der Salzindustrie eine Dreifacheffekt-Vakuum- Eindampfanlage installiert. Die Pfannen werden zur Einsparung von Kohle ersetzt. Das später patentierte Schweizerhalle-Solereinigungsverfahren wird entwickelt.

1898
In der Saline Riburg wird die Dampfmaschine ausgemustert. Der elektrische Strom bringt jetzt Licht und Energie.

1878
Einführung einer Betriebskrankenkasse in der Saline Schweizerhalle.

1875
Eröffnung der Bözbergbahn. Dank Einfluss von Johann Urban Kym erhält Möhlin eine Bahnstation.

1874
Die aargauischen Salinen Rheinfelden, Kaiseraugst und Riburg schliessen sich zur «Schweizerischen Rheinsalinen AG» zusammen.

1871
Die Saline Riburg (Kym) wehrt Zürcher Bestrebungen zum Bau einer Saline in Möhlin erfolgreich ab.

1865
Wiedereröffnung der Saline Kaiseraugst. Die Aktiengesellschaft «Neue Saline Kaiseraugst» geht mit 2 Siedepfannen in Produktion.

1852
In Schweizerhalle wird für die Tiefenbohrung erstmals eine Dampfmaschine eingesetzt. Beim Einsturz einer Stützmauer in der Saline Rheinfelden sterben 5 Salinenarbeiter.

1848
Gründung des Schweizerischen Bundesstaates. Gründung der Saline Riburg (Kym & Cie.). Die 5 Siedepfannen stammen aus der stillgelegten Saline Kaiseraugst.

1847
Die Saline Kaiseraugst stellt den Betrieb ein.

1846
Beginn des Badewesens in Rheinfelden AG. Josef Frommherz (Hotel Schützen) erhält die erste kantonale Konzession für den Betrieb eines Sole-Heilbades.

1844
Gründung der Saline Rheinfelden (L’Orsa & Cie.). In Riburg AG erster Bohrversuch durch Johann Urban Kym.

1843
Gündung der Saline Kaiseraugst durch Kym & Cie. Hauptkunde ist Basel-Stadt. In der Schweiz beginnt der Konkurrenzkampf unter den Salinen.

1841
Johann Urban Kym aus Möhlin AG stösst bei Kaiseraugst in 138 m Tiefe auf Salz.

1837
Am 7. Juni wird die Saline Glenck, Kornmann & Co. in Schweizerhalle gegründet.

1836
Am 30. Mai findet Carl Chr. F. Glenck beim Roten Haus in der Gemeinde Muttenz BL Salz. Bohrtiefe 107 m.

1832
Wirren im Kanton Basel und Trennung in die Halbkantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft.

1821
Carl Christian Friedrich Glenck (1779-1845) beginnt, nach Hinweisen von Prof. Peter Merian in der Nordwestschweiz systematisch nach Salz zu suchen.